Abstracts 2018

Kaiserschnitt - Gebärfähigkeit adé?

Wunsch und Wirklichkeit – das Drama der perfekten Eltern

In der Begleitung von Eltern und Babys haben wir es immer wieder mit Frauen zu tun, deren sehnlichster Wunsch es ist bzw. war, normal und selbstbestimmt zu gebären. Oft kommt es anders und die Frauen hadern mit ihrer Geburt. Einige wirken auch traumatisiert, obwohl Fachleute ihnen eine „normale Geburt“ bescheinigen.

In meinem Vortrag möchte ich den Zusammenhang zwischen Vertrauen bzw. Sicherheit und einer gelungenen Geburt beleuchten und darlegen, warum sehr häufig perfektionistisch orientierte Frauen von ihren Wünschen Abstand nehmen müssen und von der Wirklichkeit eingeholt werden.

Notburga Egerbacher-Anker

Psychotherapeutin, Trainerin für Emotionelle Erste Hilfe, Kufstein,

https://www.zoi-tirol.at und https://www.emotionelle-erste-hilfe.org


Das Geburtstrauma verarbeiten - Körperpsychotherapeutische Dimensionen der Aufarbeitung mütterlicher Geburtsverletzungen

In diesem Vortrag wird der Diplom-Psychologe und Körperpsychotherapeut über seine Erfahrungen in der traumatherapeutischen Begleitung von Frauen nach überwältigenden Geburtserfahrungen berichten.

Durch die Erkenntnisse der Bindungs- und Traumaforschung sowie den Beobachtungen aus der Eltern-Säugling- Psychotherapie wissen wir heute viel über die nachhaltig negativen Wirkungen von überwältigenden Geburtserlebnissen für die weitere Entwicklung eines sicheren und tragfähigen Bandes zwischen Mutter und Kind. Unverarbeitete, grenzverletzende Geburtserfahrungen haben das Potenzial, das Erleben von Selbstsicherheit, Selbstanbindung und Selbstwirksamkeit in einer tief gehenden Weise zu erschüttern.

In seinem Vortrag wird der Referent genauer erörtern,

  • welche Entstehungsbedingungen zu den Geburtsüberwältigungen führen
  • wie sie sich im Körper der Betroffenen verankern
  • welche Folgen diese traumatischen Erfahrungen für den Aufbau der Bindungsbeziehung zum Kind haben können und
  • was getan werden kann, um die beziehungsschwächenden Wirkungen dieser schmerzvollen Erfahrungen zu überwinden.

Neben seinen theoretischen Ausführungen werden kleine Video-Sequenzen vorgestellt, in denen Thomas Harms seinen Arbeitsansatz der bindungsorientierten Körperpsychotherapie zu diesem Thema verdeutlicht.

Dipl. Psych. Thomas Harms

Thomas Harms ist Leiter des Zentrums für Primäre Prävention und Körperpsychotherapie (ZePP) in Bremen. Er arbeitet seit über 25 Jahren in den Bereichen der Frühprävention, Krisenintervention und Körperpsychotherapie mit Erwachsenen, Säuglingen und Kleinkindern. Neben seiner therapeutischen Tätigkeit arbeitet er als Ausbilder, Supervisor und Autor in Deutschland und im europäischen Ausland.

https://www.thomasharms.org


Geburtsprozess oder Ausweg Kaiserschnitt?

Text in Vorbereitung

Elfriede Ebner

Fachberaterin für Emotionelle Erste Hilfe, Stillberaterin IBCLC, Italien,
https://www.emotionelle-erste-hilfe.org

Mag. Beate Lamprecht

Hebamme, Stillberaterin IBCLC, Klagenfurt

http://www.klinikum-klagenfurt.at/abteilungen-ambulanzen/pflege/abteilungsleitungen-pflege/mag-beate-lamprecht

Dr. Ingrid Zittera

Gynäkologin, Stillberaterin IBCLC, Lienz

http://www.netzwerkstillentirol.at/Das-NEST-Team


Interventionen bei der Geburt – Auswirkungen auf ein Kinderleben

Der Kaiserschnitt ist grundsätzlich eine lebensrettende Maßnahme. Doch, wie jede chirurgische und chemische Intervention bei der Geburt, ist es ein traumatisierender Eingriff in das Leben des Kindes und der Familie. Wie schwer das Trauma sich später im Leben zeigen wird, hängt von vielen Faktoren ab.

So können Kinder im Babyalter mit Einschlafstörungen, Angst vor Überfällen und dergleichen reagieren. Bleiben diese unbehandelt, können sie später in anderer Form z.B. beim Übertritt in den Kindergarten als Trennungsangst oder noch später als Schulverweigerung auftreten. Kaiserschnitterfahrungen können sich selbst im Erwachsenenalter bemerkbar machen, indem z.B. Menschen bei Schwierigkeiten im Leben sehr schnell aufgeben oder Beziehungen abbrechen, ohne sich erst selbst zu bemühen, Hilfe anzufordern.

In meinen Ausführungen möchte ich aufzeigen, dass die verschiedenen Arten des Kaiserschnitts und die Phasen der Kaiserschnittgeburt selbst bei einem Kind ganz unterschiedliche Prägungen hinterlassen können. Doch nicht nur das Kind allein ist davon betroffen. Das ganze familiäre System kann durch eine Kaiserschnittgeburt traumatisiert sein.

Ein weiterer Teil meiner Ausführungen wird sich damit befassen, wie Eltern und Kind bestmöglich unterstützt werden können, um ein solch traumatisches Ereignis loslassen zu können.

Klaus Käppeli

Dipl. Heilpädagoge und Fachpsychologe, Praxis für somatische Psychotherapie und Integration prä- und perinataler Erfahrungen, St. Gallen

https://www.isppm.ch/therapeutinnenliste/käppeli-klaus